Es ist Sommer.
Nicht Kalender-Sommer.
Nicht Marketing-Sommer.
Sondern dieser echte, staubige, barfußige, nach Sonnencreme riechende Sommer.
Der, der nach Freibadpommes schmeckt.
Nach aufgeheiztem Asphalt.
Nach nassen Haaren, die auf der Schulter trocknen.
Ich weiß nicht, ob meine Erinnerungen mich verklären –
aber in meiner Kindheit war Sommer ein Zustand.
Hitzefrei.
Saisonkarte fürs Dorf-Freibad.
Der tägliche Aufstieg zur Badeanstalt wie eine Expedition.
Und die ernsthafte Planung, beim Bürgermeister eine Rolltreppe zu beantragen.
Sommer war endlos.
Heute höre ich überall:
„Zu heiß.“
„Klimawandel.“
„Nicht auszuhalten.“
Und ja – wir dürfen diese Realität nicht ignorieren.
Aber wir dürfen gleichzeitig lernen, Sommer bewusst zu leben.
Nicht trotz Hitze.
Sondern mit ihr.
Sommer als Ritual – gerade mit Kindern
Sommer ist kein Wetter.
Sommer ist eine Einladung.
Eine Einladung zu:
- langsamer leben
- weniger planen
- mehr draußen sein
- mehr Wasser
- mehr Haut
- mehr Licht
Gerade mit Kindern ist Sommer ein Geschenk.
Wenn wir aufhören, ihn wie einen normalen Alltagstag behandeln zu wollen.

Wie kann man etwas genießen, wenn einen die Hitze so quält?
Ganz einfach, man denkt lösungsorientiert und schaut, dass die Hitze nicht mehr so quält. Im Folgenden gibt es 10 Tipps von mir, wie ihr einen kühlen Kopf bewahren könnt und im Gegenteil, anfangt die warmen Sommertemperaturen zu genießen.
1. Der Sommer-Rhythmus (statt Sommer-Stress)
In warmen Ländern gibt es Siesta nicht aus Faulheit.
Sondern aus Intelligenz.
Warum zwingen wir uns und unsere Kinder also um 14 Uhr in die pralle Sonne?
Ein Sommer-Rhythmus kann (zumindest am Wochenende) so aussehen:
☀️ Früh raus – Arbeit und Abenteuer vormittags
🌿 Mittags Pause – lesen, Hörspiel, leise Spiele
🌅 Abends nochmal raus – See, Spielplatz, Eis, Picknick
Sommer verschiebt Zeiten.
Wenn wir das zulassen, wird es entspannter.
2. Wasser als Familienanker
Wasser reguliert. Immer.
- Fußbad auf dem Balkon
- Gartenschlauch im Garten
- Waschschüssel mit Eiswürfeln (mit Pfefferminze)
- See, Bach, Freibad
- abends duschen bei offener Balkontür
Ein kleines Ritual bei uns:
Abends Füße in eine Schüssel mit kaltem Wasser.
Vielleicht mit ein paar Blüten oder Kräuter rein.
Ätherischen Ölen: Lavendel zur Entspannung, Pfefferminze zum Kühlen, Zitrusfrüchte zum Beleben
Die Kinder lieben es.
Und der Körper kommt runter.
Rezept für ein Körperspray:
- kaltes Wasser in eine Sprühflasche füllen
- Ätherischen Öle… Pfefferminze, Zitrusfrüchte – das ist alles richtig gut zur Abkühlung und verströmt gleichzeitig noch einen herrlichen Duft – hinzufügen (Achtung bei den Zitrusfrüchten – da sie photosensitiv wirken, sind die nichts für Outdoor und direkte Sonneneinstrahlung, sondern eher was fürs Büro beispielsweise)
- kühl stellen und bei Bedarf damit einsprühen
Oder nasse, lange Haare als Körper-Klimaanlage verwenden.
3. Sommer-Getränke als Familienprojekt
Statt „trink doch mal mehr“ gibt es bei uns Experimente für Getränke, die Lust auf Trinken machen

Aguas de…
In Mexiko gibt es an jeder Ecke Aguas de Sandía, Mango, Piña.
Wir machen daraus ein Ritual:
- 70 % Wasser
- 30 % püriertes Obst, verschiedene Sorten durchtesten
- Eiswürfel
- hübsche Gläser
Eistee – selbst gemacht!
Rezept:
- Früchtetee, bei uns am beliebtesten sind die *Hibiskusblüten, wie im Agua de Jamaica in Mexiko
- mit kochendem Wasser aufgießen
- ziehen lassen
- mit Agavendicksaft oder Gewürzen und Kräutern abschmecken
- Abkühlen lassen (abfüllen) und dann ab in den Kühlschrank
- Am besten mit Eiswürfeln genießen
Cold Coffe/ Eisschokolade/ Chai Latte
Mein neustes Ding sind Ice Chai Latte Getränke (für Erwachsene)
Rezept für Sirup aus schwarzen Tee:
- schwarzer Tee aufkochen
- mit Rohrohrzucker und Gewürzen (Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelke, Anis, Pfeffer) abschmecken
- das Wasser so lang kochen bis es etwas dicker wird
- abkühlen und abfüllen -> Kühlschrank
- in Milchdrink (ich bevorzuge Kokos) eingießen
- Kalter Milchschaum und Eiswürfel toppen das Ganze
Natürlich kann man auch kalten Kaffee (wenn man Kaffee mag) oder Kakao mit Eiswürfeln oder wer richtig auf die Kacke hauen will mit Vanille Eis genießen.
Kinder trinken plötzlich freiwillig.
Und ganz ehrlich –
so schmeckt Sommer.
4. Kalte Küche = leichte Energie
Niemand braucht bei 35° Auflauf mit Käsekruste.
Was im Sommer wunderbar funktioniert:
- Obstplatten
- Wraps
- Bowls
- Gazpacho (Spanien)
- Joghurtsuppe mit Minze & Gurke (Bulgarien)
- Pellkartoffeln mit Quark
- Rohkostpicknick
- frische Aufstriche und Dips
- Quiche (Frankreich)
- Salate
- Sandwiches
- Grillgemüse

Weniger kochen.
Mehr schnippeln.
Mehr gemeinsam am Tisch stehen.
5. Schattenplätze erschaffen
Sommer bedeutet nicht: durchhalten.
Sommer bedeutet: intelligent genießen.
- Hängematte im Garten
- Decke unter einem Baum
- Waldspaziergang
- Keller-Leseecke
- Balkon mit Lichterkette abends
Unser Ritual:
Abendspaziergang bei Dämmerung.
Wenn die Luft wieder atembar wird.
6. Sommer-Mikroabenteuer
Gerade mit Kindern entstehen die stärksten Erinnerungen nicht im Urlaub –
sondern an random Mittwochabenden.
Ideen:
- Auf dem Trampolin übernachten
- Eiswürfeljagd im Garten
- Wasserschlacht
- Nachtpicknick
- Sternenhimmel beobachten
- Mit Taschenlampe durchs Haus schleichen
- Freizeit am See

Sommer braucht keine Planung.
Er braucht Erlaubnis.
7. Lösungen statt Jammern
Ich höre oft:
„Mir ist so heiß, ich kann nicht denken.“
Ja. Hitze fordert uns.
Aber Sommer kann uns auch etwas lehren:
Flexibilität.
Rhythmuswechsel.
Loslassen.
Nicht joggen um 14 Uhr, nur weil es im Trainingsplan steht.
Nicht stur am Zeitplan kleben.
Sommer lädt uns ein, sanfter zu werden. Ich freue mich jedes jahr besonders auf ihn <3
Und was ist mit Klimawandel?
Ja, wir dürfen Verantwortung übernehmen.
Ja, wir müssen hinschauen.
Aber Dauerjammern reguliert weder die Temperatur noch das Nervensystem.
Wir können:
- bewusst konsumieren
- Wasser sparen
- schattenspendende Pflanzen setzen
- nachhaltig leben
Und gleichzeitig die Tage genießen.
Beides darf existieren.
Sommer speichern
Ich mache das jedes Jahr bewusst:
Ich speichere Sommer.
Das Gefühl von warmer Haut.
Von nassen Haaren.
Von barfuß laufen.
Denn im November, wenn alle wieder über die Kälte jammern,
kann ich mich erinnern.
Sommer ist kein Datum.
Sommer ist ein Zustand.
Wie ich selber Erinnerungen schaffe, als Anker für dann wenn ich sie brauche, beschreibe ich in meinem Beitrag: Erinnerungen sind keine Flucht
Dein Sommer-Ritual
Vielleicht magst du dir mit deiner Familie eine kleine Sommerliste schreiben:
Was gehört für euch unbedingt dazu?
- Eis am See?
- Nachtbaden?
- Lagerfeuer?
- Wassermelone im Park?
- Barfußtage?
Nicht alles.
Nur das, was euch wirklich Freude macht.
daraus kann man dann ein Familienbingo entwerfen 😉
Und wenn es richtig heiß wird?
Dann:
- trinken
- Schatten
- Wasser
- Pause
- Leichtigkeit
Und genießen.
Denn der Winter kommt schneller, als uns lieb ist.
Und ich verspreche dir –
im Januar wird niemand sagen:
„Weißt du noch, wie furchtbar dieser Sommer war?“
Aber vielleicht sagt jemand:
„Weißt du noch, wie wir abends auf dem Balkon geschlafen haben?“
Und genau darum geht es.
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Ebenfalls fällt an der einen oder anderen Stelle das Thema Ätherische Öle und Diffuser. Ich selber arbeite für mich und meine Klienten sowohl emotional als auch topisch und innerlich mit Ätherischen Ölen und habe schon so viele Erfahrungen gesammelt, die ich gerne teile. Möchtet ihr mehr darüber erfahren, schreibt mich gerne an: juliane@viajane.de
