Ich habe über Pfingsten etwas Interessantes bemerkt.
Mehrmals fiel der Satz:
„Fast wie Urlaub.“
Und plötzlich stellte sich eine spannende Frage:
Was genau macht eigentlich dieses Gefühl aus?
Ist es wirklich der Strand? Die Palmen? Oder der Flug in ein anderes Land?
Oder sind es ganz andere Dinge, die wir mit Urlaub verbinden?
Urlaub ist eigentlich ein Zustandswechsel
Wenn wir reisen, passiert mehr als nur ein Ortswechsel.
Unser Alltag verändert sich komplett.
Wir schlafen anders. Wir essen anders. Wir bewegen uns anders. Wir denken weniger an Verpflichtungen.
Unser Nervensystem erkennt: Hier beginnt eine andere Phase.
Genau deshalb fühlen sich viele Menschen schon am Flughafen plötzlich leichter.
Was ist so besonders am Urlaub?
Neben dem typischen Urlaubsstress (Koffer packen, Anfahrt bzw. Flug, Umgewöhnung, Zeitumstellung etc…), birgt ein Urlaub auch unheimlich viele positive Aspekte.
Fliegt man in den Süden, hat man meistens Sonne satt. Bei der Rückkehr wird man durch eine gesunde Hautfarbe bewundert, weil man sich ja erholen konnte.
Je nach Urlaubsform, lässt man sich im Urlaub meistens verwöhnen. Im Hotel gibt es Buffets oder A la Carte Restaurants, oder man geht außerhalb der Ferienanlage essen. Naja und wenn man in einem Hotel nächtigen darf, ist es an der Tagesordnung am Abend in ein sauberes, frisch duftendes Zimmer zurückzukehren.
An Arbeit denken nur die Wenigsten im Urlaub. Auf der Strandliege, am Pool oder auf Abenteuertour durch ein fremdes Land, kann man besonders gut abschalten.
Aber wieso muss man unbedingt unter Palmen seine Cocktails genießen, fremde Dialekte um die Ohren wuseln lassen und Pyramiden oder alte Paläste bewundern, um sich im Urlaub erholt zu fühlen?
Ganz einfach, es ist der Strukturwechsel und ein Gesamtpaket aus folgenden Elementen.
Die 6 wichtigsten Zutaten eines Urlaubsgefühls
1. Strukturwechsel
Es beginnt wahrscheinlich schon beim Losfahren. Eine Autofahrt, eine Zugfahrt, ein Flug… ungewöhnliche Fahrten bringen uns in eine neue Struktur.
Dann: Ein neuer Tagesrhythmus mit Gewöhnung, da Urlaub in der Regel länger dauert als ein Wochenende.
2. Reizwechsel
Neue Umgebung, neue Eindrücke, neues Essen, neues Klima, neue Gerüche… Nicht nur das Essen ist anderswo meistens anders, auch alles andere, die Art und Weise wie die Häuser gebaut sind, der Umfang bestimmter Feierlichkeiten und Feste, Souvenirs, die dort typisch sind, die Sprache, Gastfreundschaft, das Miteinander, ja selbst der Kleidungsstil und die Einrichtung ist eben spezifisch. Und diese vielen kleinen Unterschiede gilt es zu entdecken.
Ob du es glaubst oder nicht, selbst der Toilettengang kann mancherorts nicht so durchgeführt werden, wie man es von zu Hause kennt und irgendwie gehört das eben dazu.
3. Genuss
Essen, Trinken, Verwöhnen lassen, Massagen, Wellnes und Spa. Prinzipien mal über Bord werfen und sich etwas gönnen. Jeder verbringt die Zeit im Urlaub so, dass es maximal gut tut, jeder auf seine Art und Weise.
Allein schon ein sauberes, frisches Zimmer und ein schick hergerichtetes Bett sorgen für Genuss auf ganzer Linie!
4. Abenteuer
Ob es darum geht Palermo bei Nacht zu entdecken, oder eine Safari in Afrika zu machen, in Thailand einen Wasserfall im Dschungel zu suchen oder in Australien mit Delfinen zu tauchen, Abenteuer gehören zum Urlaub doch auch irgendwie dazu. Es sind meistens die neuen Erfahrungen, die uns Nervenkitzel geben.
5. Zeit
Zeit für Gespräche und Gedanken. Zeit zum Reden, zum Lesen, zum Spielen, für wundervolle Momente, für tolle Gespräche auf Augenhöhe, für sich, für andere, für die eigene Zukunft und das innere Kind…
6. Freiheit & No Work
Keine Verpflichtungen. Keine Termine. Keine Hausarbeit.
Urlaub heißt für mich Genesung auf ganzer Linie, weil ich es mir endlich wert bin, mich um mich zu kümmern und es mir gut gehen zu lassen.
Kann man sich Urlaub nach Hause holen?
Wenn man genauer hinschaut, erkennt man etwas Spannendes:
Viele Dinge, die Urlaub so besonders machen, haben gar nichts mit dem Ort zu tun.
Sie haben mit unserem Verhalten zu tun.
Mit Zeit. Mit Aufmerksamkeit. Mit neuen Erlebnissen.
Genau deshalb lassen sich viele dieser Elemente auch im Alltag erzeugen.
Gibt es eine Alternative zum Urlaub?
Eine Alternative entsteht dann, wenn wir vorangegangene Punkte beachten und für jeden einzelnen eine Art Alternative suchen.
Das ist definitiv möglich.
Wir müssen beachten dass jeder seinen Urlaub anders wahrnimmt und somit für seine wichtigsten Punkte andere Alternativen hernehmen muss.
Fakt ist, Urlaub bleibt Urlaub, wunderschön und immer ein Erlebnis.
Allerdings kann man es sich auch mit einem Urlaub zu Hause schön machen.
Zustandswechsel statt Ortswechsel
Eine Möglichkeit ist es, bewusst kleine „Zustandswechsel“ in den Alltag einzubauen.
Mikroabenteuer. Mehr dazu erfährst du im Beitrag Mikroabenteuer. Gedankenreisen. Mehr dazu erfährst du im Beitrag GedankenSafari. Neue Sinneserlebnisse. Mehr dazu erfährst du im Beitrag Sinnesreisen.
Dinge, die unser Gehirn daran erinnern:
Das Leben besteht nicht nur aus Routine.
GedankenSafaris bringen Urlaub nach Hause
Aus dieser Intention habe ich sie „erfunden“. Probiere es einfach mal aus! Mehr dazu und die Bestellmöglichkeiten gibt es auf meiner GedankenSafari-Seite.
Auch das Buch „Meine Weltreise daheim“ soll Urlaub nach Hause bringen. Ich habe es zusammen mit meiner Tochter in der Coronazeit entworfen, damit andere Kinder von zu Hause aus verreisen können. Aber es ist auch heute noch ein beliebtes Aktivitätenbuch, Mitbringsel und Geschenk für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren.
Wo liegt denn nun der Zauber am Urlaub?
Vielleicht liegt der Zauber des Urlaubs gar nicht im Ort.
Vielleicht liegt er darin, dass wir uns erlauben, anders zu leben.
langsamer neugieriger aufmerksamer
Wenn wir anfangen, diese Momente auch im Alltag zu kultivieren, entsteht etwas Spannendes:
Dann wird Urlaub nicht mehr zur Flucht aus dem Alltag.
Sondern zu einer Erinnerung daran,
wie sich Leben eigentlich anfühlen kann.
Wie kommt der Urlaub daheim bei mir selbst an?
In der Coronazeit habe ich fast 4 Jahre komplett auf Urlaub verzichtet.
Du musst wissen, ich bin Touristikerin durch und durch. Ich habe Tourismusmanagement mit der Vorstellung studiert, mal viel reisen zu können.
Weil ich das reisen liebe.
Unter normalen Umständen wäre ich in der Coronazeit also völlig durchgedreht.
Ich habe in dieser Zeit angefangen mich selbst und andere zu analysieren und das Konstrukt Urlaub zu hinterfragen.
Auf diese Art und Weise habe ich in den 4 Jahren einen ganz neuen Lebensinhalt gefunden: Ich war fröhlich, fit und in meiner Denkweise super positiv.
Ich hatte mein Fernweh im Griff.
Heute (Grüße aus dem Jahr 2026) ist das Reisen wieder möglich und wir sind auch wieder viel unterwegs. Aber ich sehe es nun ganz anders. Meine Erfahrungen möchte ich trotzdem teilen, weil ich denke, dass sie für irgendjemanden da draußen gegebenenfalls interessant und wichtig sein könnten.
Außerdem habe ich auch einen schönen Beitrag geschrieben, wie man nach, während und vor dem Urlaub zur Erholung kommt: Erholung im Urlaub.
Eine weitere Lese-Empfehlung möchte ich meinem Beitrag Reisen, Erinnern, Erleben … geben, da du hier eine große Zusammenfassung bekommst, wie du deine Freizeit bestmöglich gestalten kannst.