Der Wald war für mich lange nur ein Durchgangsort.
Ein Ort zum Spazierengehen vielleicht – aber kein Ort, an dem ich wirklich sein wollte.

Mein Herz gehörte immer dem Meer.

Doch irgendwann habe ich entdeckt, dass der Wald etwas kann, was das Meer nur selten schafft:

Er holt dich zurück zu dir selbst.

Still.
Ohne Wellen.
Ohne Horizont.

Dafür mit Moos, Vogelstimmen, dem betörenden Geruch von Natur und dieser besonderen Ruhe, die man kaum erklären kann.

Seitdem ist der Wald einer meiner liebsten Orte geworden.

Wald Urlaub mit Bäumen

Kraftorte suchen und finden

Viele Menschen suchen heute nach Orten, an denen sie wirklich zur Ruhe kommen können. Orte ohne Gedränge, ohne Reizüberflutung und ohne ständige Ablenkung.

Der Wald ist genau so ein Ort.

Warum der Wald so gut für uns ist

Der Wald wirkt deshalb so stark auf uns, weil er unser Nervensystem beruhigt.

In Städten ist unser Gehirn ständig beschäftigt:
Verkehr, Geräusche, Bildschirme, Gespräche.

Im Wald passiert das Gegenteil.

Die Geräusche sind gleichmäßig. Die Farben natürlich. Die Bewegungen langsam.

Unser Körper erkennt unbewusst: Hier ist es sicher.

Und genau dann beginnt echte Entspannung.

Wald im Deutschland-Urlaub

Unser schönes Land hat nicht nur Meere im Norden und Berge im Süden zu bieten, auch dazwischen ist viel Platz für Abenteuer und Entdeckungen.

Hübsche Städtchen laden zum Verweilen ein, Wandern ist nicht nur in den Alpen und im Alpenvorland möglich, sondern auch im Elbsandsteingebirge, im Harz oder beispielsweise durch die Weinhänge an der Mosel.

Ein paar Seen laden auch zum Baden ein, doch ich möchte mich hier in diesem Beitrag auf die rund 32% Waldanteil der Gesamtfläche unseres Landes stürzen.

Urlaub im Wald versus Urlaub am Meer

Ehrlich gesagt war mein Traum-Urlaubs-Ziel bisher immer das Meer (egal wo). Bei unseren Backpackertouren durch fremde Länder, kamen wir zwar immer mal ab vom Meer und entdeckten auch das Inland, jedoch konnte ich in meiner Wahrnehmung am Meer am besten die Seele baumeln lassen. Ich liebe den Geruch des Ozeans und die schillernden Blautöne, ich mag es sehr mich darin treiben zu lassen oder mit den Wellen zu spielen, für mich ist neben dem Tanzen der Wassersport (Surfen, Wellenreiten, Schwimmen…), der einzig wahre Sport. Und zur Entspannung danach liebe ich es einfach am Strand zu liegen und mich von der Sonne wärmen zu lassen oder stundenlang in die Weite zu schauen. Womit lässt sich diese Sehnsucht nach dem Meer, die wir irgendwie alle in uns tragen, denn erklären? Ich kann nur vermuten:

Warum wirkt das Meer so anziehend?

  • Die Luft am Meer ist fantastisch, besonders für Asthmatiker und Allergiker
  • Die Strömung und die Wellen zeigen uns eine Urkraft des Planeten auf, wie wir sie sonst nur selten spüren können
  • Das monotone Geräusch der Wellen beruhigt enorm.
  • es ist unser ursprünglichstes Zuhause, unsere Heimat sozusagen (alles Leben entstand aus dem Wasser), somit könnte man Meerweh mit Heimweh gleichsetzen

Aber viel mehr noch ist doch der Wald unsere Heimat. Seit Millionen Jahren ist der Kontinent Europa mit Wald bedeckt und gab der hier lebenden Menschenspezie Schutz durch die Bäume und Nahrung, Wärme und Sicherheit zugleich. Erst die letzten 150 Jahre ging man dazu über außerhalb vom Wald zu leben.

Vergleich Wald und Meer

Mach doch mal den Test: Verbringe einen Tag am Meer und einen Tag im Wald. Was fällt dir auf?

Waldbaden statt im Meer planschen.

Das Meer hat eine gewaltige Kraft.
Seine Weite zieht uns an, seine Wellen beruhigen uns.

Der Wald wirkt anders. Nach einem Waldtag fühle ich mich geerdet, gesund, beruhigt, entschleunigt und glücklich. Er schenkt Kraft und Leichtigkeit

Während das Meer uns nach außen zieht – in die Weite, zum Horizont –
führt der Wald uns nach innen.

12 Ideen für Mikroabenteuer im Wald

1. Bewegung im Wald
Joggen, wandern, barfuß laufen oder einfach ziellos spazieren.

2. Wald-Yoga oder Dehnen
Zwischen Bäumen zu atmen fühlt sich anders an als im Wohnzimmer.

3. Beobachten und Entdecken
Mit etwas Geduld lassen sich Tiere entdecken, oder witzige Pflanzen, wie z.B. das Springkraut.

4. Kreativ werden
Mandalas aus Blättern und Steinen legen oder kleine Naturkunstwerke bauen.

5. Waldlager bauen
Kinder lieben es, aus Ästen kleine Unterschlüpfe oder Tipis zu bauen.

6. Baumfreunde finden
Such dir einen Baum, den du regelmäßig besuchst. Das verändert die Beziehung zur Natur.

7. Waldküche entdecken
Beeren, Kräuter oder Pilze (nur mit Wissen!) sammeln.

8. Achtsamkeit üben
Lauschen. Riechen. Fühlen.

9. Gespräche führen
Im Wald entstehen oft tiefere Gespräche als am Küchentisch.

10. Abenteuer erleben
Schatzsuche, Geocaching, Verstecken spielen oder kleine Wald-Challenges mit Kindern.

11. me-Time
Meditation und den Gedanken folgen geht im Wald viel leichter.

12. Wald schützen
Aufräumaktion lassen sich planen, funktionieren aber auch ebenso gut spontan.

Abenteuer im Wald

Weitere Ideen für wundercoole Mikroabenteuer mit Kindern, gibts im Beitrag „Mikroabenteuer mit Kindern“

Gesundheit und Wald

Tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Bäume untereinander kommunizieren. Sie tauschen unterirdisch Stoffe über Pilze aus.

An die Luft geben sie sogenannte Terpene ab – natürliche Duftstoffe, die wir beim Atmen aufnehmen.

Studien zeigen, dass diese Stoffe unser Immunsystem stärken und Stress reduzieren können.

In Japan gibt es dafür sogar einen eigenen Forschungszweig:
Shinrin-Yoku – Waldbaden.

Waldbaden im Auwald

Seit 1980 werden die gesundheitlichen Wirkungen des Waldes untersucht und erforscht.

Dabei konnte schon festgestellt werden, dass das bewusste Sein im Wald, typische Zivilisationskrankheiten, wie Bluthochdruck, Diabetes, Stress, Nervosität, Reizbarkeit und Schlafstörungen lindern kann.

Auch die Wirkung des Waldes auf Patienten mit anderen Krankheiten wurde untersucht und brachte oftmals überraschende Erkenntnisse. (Mehr dazu im Buch…)

Meine Empfehlung: Den Wald atmen

Viele meiner Thesen aus dem letzten Abschnitt habe ich aus dem Buch „Den Wald atmen„. Ich empfehle dieses Buch gern weiter, denn es hat mir unheimlich viele Erkenntnisse gebracht.

Den Wald atmen Buch gewinnen

Meine Tochter und ich haben jetzt jede einen Baumfreund in unserem schönen Leipziger Auwald. Außerdem ist Bäumeumarmen nun nichts Lächerliches mehr für mich, nein wir haben uns sogar voll und ganz darauf eingelassen mit den Bäumen in Kontakt zu treten.

Wer nicht glaubt welche Magie und Kraft sich in einem Wald befindet, sollte sich das Büchlein bestellen und den Inhalt zu Herzen nehmen. Ich denke hiermit können sehr viele Menschen ein besseres Verhältnis zu ihrer unmittelbaren Umgebung aufbauen. Bei uns hat es schon geklappt und wir bleiben stetig dran, an dieser Waldbeziehung.

Der Wald hat mir etwas gezeigt, das ich früher nicht verstanden habe.

Man muss nicht weit reisen, um etwas zu erleben. (Mehr darüber schreibe ich auch im Beitrag „Über mich – Warum reisen mehr ist als ein Ortswechsel„.)

Manchmal reicht ein Ort, der schon immer da war.

Ein paar Schritte zwischen Bäumen.
Ein tiefer Atemzug.
Ein Moment ohne Eile.

Und plötzlich merkt man:

Die Natur war nie weit weg.
Wir haben nur aufgehört, sie zu besuchen.

Kraftort Wald