Manchmal begegnen mir Dinge, die sich nicht sofort einordnen lassen. Die weder klar wissenschaftlich noch rein spirituell sind – und trotzdem etwas in mir berühren, das sich… wahr anfühlt.

Der Tonalpohualli ist genau so etwas.

Meine Kolleginnen sprachen letztens davon. Wieso kann man das passende Lernsystem für das eigene Kind nicht im Tonalpohualli erfragen? interessante Idee, dachte ich mir…

Was der Tonalpohualli ist? Ein uraltes Kalendersystem aus der Welt der Azteken, das auf den ersten Blick wie eine Art Horoskop wirkt.
Und auf den zweiten Blick etwas ganz anderes ist.

Denn es geht hier nicht darum, wer du bist. Sondern darum, wie deine Energie wirkt.

Und vielleicht noch viel wichtiger: Wie wir unsere Kinder wirklich sehen können.

Tiefergehend: Was ist der Tonalpohualli eigentlich?

Der Tonalpohualli ist der 260-Tage-Kalender den die Azteken benutzten. Er besteht aus zwei Komponenten:

  • 20 Tageszeichen (z. B. Adler, Wind, Blume, Kaninchen)
  • 13 Zahlen (die eine bestimmte Dynamik beschreiben)

Jeder Tag trägt eine eigene Qualität – eine Art energetische „Färbung“.

Kinder, die an einem bestimmten Tag geboren werden, bringen diese Qualität mit.
Nicht als festgelegtes Schicksal, sondern als Grundschwingung.

Früher waren die Menschen noch sehr angebunden und beispielsweise in der Hochkultur der Azteken wurde sehr stark auf das Geburtsdatum + Jahr eines Menschen geschaut, um dessen Schwingung zu erkennen.

Wie die Azteken ihre Kinder begleitet haben

In der Kultur der Azteken war es üblich, nach der Geburt eines Kindes den Tonalpohualli lesen zu lassen.

Nicht, um zu sagen: „Du wirst mal Dachdecker oder Kräuterfrau.“
Sondern um zu verstehen:

  • Wie lernt dieses Kind?
  • Was braucht es?
  • Wo liegen seine Stärken – und wo seine Herausforderungen?

Das Ziel war nicht Anpassung.
Das Ziel war Ausrichtung. (Ganz ganz wichtig, gerade für die heutige Zeit!)

Ein Kind wurde nicht in ein System gedrückt.
Das System wurde um das Kind herum gedacht. (Achtung, noch wichtiger!!!)

Übrigens: Viele meiner Impulse rund um Persönlichkeitsentwicklung und Familienleben haben ihren Ursprung in Mexiko – einem Land, das nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell eine unglaubliche Tiefe mitbringt.

Wenn ich ehrlich bin, fühlt sich genau das heute oft verloren an und beim Gedanken daran wie kleine Menschen vor 600 Jahren aufwachsen durften, hüpft mein Herz.

Und heute?

Heute versuchen wir häufig, Kinder „passend zu machen“:

  • für Schule
  • für Abläufe
  • für Erwartungen

Und wundern uns, wenn es kracht.

Was wäre, wenn wir den Blick einmal drehen?

Nicht: „Warum funktioniert mein Kind nicht?“

Sondern: „Was braucht mein Kind – und sehe ich es wirklich?“

Mein eigener Blick darauf

Ich selbst habe schon einmal eine Tonalpohualli-Lesung von der lieben Katrin aus Mexiko bekommen und ja, ich denke ich habe mich dadurch von einer anderen Seite gesehen und ein Stück besser kennengelernt. Ja, besser verstanden und daraus folgend bessere Möglichkeiten für mich gesehen.

Ich kniete mich in die Sache rein, um die Geburtsdaten meiner Kinder zu bestimmen. Außerdem war ich inspiriert durch die Herangehensweise meiner Kolleginnen und versuchte den Kalender auf meine Familie und besonders mit Augenmerk auf die Kinder anzuwenden.

Weil ich immer auf der Suche nach Möglichkeiten bin, meine Kinder bestmöglich zu begleiten.

Weil ich bereits die Erfahrung machen durfte, bereits durch eine Tonalpohualli Lesung mich besser kennenzulernen.

Weil ich offen bin für Perspektiven, die mich anders sehen lassen.

Und genau das ist passiert.

Plötzlich ergaben Dinge Sinn:

  • Warum ein Kind Freiheit braucht und gleichzeitig Führung
  • Warum das andere so sensibel reagiert und doch so stark ist
  • Warum Konflikte entstehen, obwohl alle „ihr Bestes geben“

Nicht, weil jemand falsch ist. Sondern weil Energien unterschiedlich wirken. Weil jedes Kind anders ist, ja sogar jeder Mensch 😉 Von Geburt an!

Wie kann man den Tonal bestimmen und daraus Schlussfolgerungen ziehen?

Da wir ja nicht mehr zu Zeiten der Azteken leben und einen Schamanen direkt um die Ecke wohnen haben, muss man sich anderen Hilfsmitteln bedienen. Wir leben im 21. jahrhundert und heutzutage beantwortet die KI dir jede Frage… Naja sagen wir fast jede Frage. Zumindest beantwortet es die Fragen, ja, aber den Wahrheitsgehalt solltest du immer überprüfen.

Zuerst das Datum berechnen

Als Tipp bekam ich von meinen Kolleginnen mit, dass die KI nämlich den Tonal nicht bestimmen kann 😉 Das machst du am besten auf der Seite: https://www.azteccalendar.com/

Dieser spuckt dir dann den Tonalli, die Trecena und Xihuitl aus.

Dann die Deutung mit der KI deiner Wahl erfragen

Benutze folgenden Prompt, um eine umfangreiche Bedeutung zu erhalten oder kürze auf die Punkte, die wichtig für dich sind.

Ich möchte eine fundierte, praxisnahe Interpretation eines Tonalpohualli-Profils.
– Tonalli (Tag): [z. B. 5 Tochtli]
– Trecena: [z. B. Cuetzpalin]

Bitte analysiere:

  1. Die Kernenergie und Charakterstruktur (Stärken & Herausforderungen)
  2. Typische Verhaltensmuster im Alltag
  3. Wie diese Energie in Beziehungen wirkt (Partnerschaft, Familie, Freundschaft)
  4. Konkrete Empfehlungen für Alltag, Kommunikation und persönliche Entwicklung
  5. (Falls es sich um ein Kind handelt:)
    – passende Lern- und Fördermethoden bzw Schulsystem
    – geeignete Freizeitaktivitäten/ Hobbies
    – Umgang mit Konflikten und starken Emotionen

Wichtig:
– keine esoterische Verklärung
– klare, ehrliche und praxisnahe Einschätzung
– Fokus auf konkrete Umsetzung im Alltag

Natürlich kannst du auch mehrere Tonallis eingeben und beispielsweise Verknüpfungen, Beziehungen und Wechselwirkungen innerhalb deiner Familie anstellen.

Beispielsweise kannst du folgenden Auftrag gemeinsam mit den Tonalli-Daten in den Prompt packen:

Bitte analysiere:

  1. Die einzelnen Persönlichkeitsstrukturen
  2. Typische Dynamiken und Spannungsfelder zwischen uns
  3. Wo wir uns gegenseitig stärken oder triggern
  4. Konkrete Empfehlungen für unser Zusammenleben im Alltag
  5. Klare Rollen oder Führungsimpulse innerhalb der Familie

Wichtig: praxisnah, konkret, alltagstauglich.

Was bringt mir diese Analyse?

Also für mich persönlich war die Analyse, die ich zu meinen Kindern bekommen habe, unheimlich bereichernd. Es gab auf alle Fälle Stoff für weitere Fragen und noch mehr Potenzial etwas über meine Kinder zu lernen, um einen besseren Umgang mit ihnen zu meistern.

Die Eigenschaften, die mir ausgespuckt wurden waren genau jene, wie ich die beiden immer beschreibe. Somit hat die Analyse genau meine Wahrheit getroffen und mein Vertrauen gewonnen.

Ich freue mich sehr, diese Möglichkeit nutzen zu können und so, wie die Azteken es konnten, meinen Kindern passendere Möglichkeiten an die Hand geben zu können, damit sie sich in ihrer besten Variante entfalten können.

Was mir besonders hängen geblieben ist

Der Tonalpohualli bewertet nicht.

Er sagt nicht:

  • besser oder schlechter
  • leichter oder schwieriger

Er zeigt einfach: Unterschiedlichkeit in jeder Facette

… und lädt dazu ein, damit bewusster umzugehen.

Kann man das wissenschaftlich belegen?

Nein. Doch ein Versuch kostet nichts…

Nicht alles, was uns weiterbringt, muss messbar und wissenschaftlich belegbar sein, oder?

Manchmal reicht es, wenn etwas:

  • uns zum Nachdenken bringt
  • uns weicher macht im Umgang
  • uns hilft, weniger zu kämpfen und mehr zu verstehen
  • uns plötzlich Optionen an die Hand gibt, von denen wir vorher nicht wussten, dass sie existieren

Wie ich dieses Wissen nun für mich nutze

Nicht als Regelwerk. Nicht als Wahrheit. Sondern als Impuls.

Ein Werkzeug, um mir Fragen zu stellen wie:

  • Wo drücke ich mein Kind in etwas hinein, das nicht zu ihm passt?
  • Wo darf ich mehr führen – und wo mehr loslassen?
  • Wo sehe ich mein Kind vielleicht noch nicht wirklich?

Und allein diese Fragen verändern schon unglaublich viel.

Ein leiser Perspektivwechsel

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, ob der Tonalpohualli „stimmt“.

Sondern darum, dass er uns erinnert:

Kinder sind nicht dafür da, in Systeme zu passen | Systeme dürfen sich an Kinder anpassen.

Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Magie.

Wenn du magst, schau dir dein Kind einmal mit neuen Augen an.
Ganz unabhängig von jedem System.

Und stell dir nur eine Frage:

„Was, wenn es genau so richtig ist, wie es ist?“

Und wer weiß –
vielleicht beginnt genau dort ein ganz neues Miteinander!