Nach unserer Zeit in Campeche führte unsere Route weiter in die Berge von Chiapas. Schon bei der Ankunft merkt man: Diese Region ist völlig anders als die Küsten Mexikos.
Das Klima ist kühler, die Landschaft bergig und die Kultur stark von indigenen Traditionen geprägt.
Unser Ziel war San Cristóbal de las Casas, eine der schönsten Städte im Süden Mexikos.
Ankunft in San Cristóbal de las Casas
Als wir am nächsten Morgen gegen zehn Uhr ankamen, wurden wir direkt von mehreren Hostel-Promotern empfangen.
Das klingt erstmal chaotisch – hatte aber auch seine Vorteile. Für denselben Preis, den wir zuvor für ein Mehrbettzimmer bezahlt hatten, bekamen wir plötzlich zwei Doppelzimmer. Nicht schlecht.
San Cristóbal – eine der schönsten Städte Mexikos
San Cristóbal liegt auf etwa 2.200 Metern Höhe in den Bergen von Chiapas.
Die Stadt ist bekannt für:
- koloniale Architektur
- bunte Häuser
- indigene Märkte
- eine kreative Szene aus Künstlern und Reisenden
Tagsüber schlendert man durch kleine Straßen, trinkt Kaffee auf einem der Plätze oder stöbert auf den Kunsthandwerksmärkten.
Abends wird die Atmosphäre lebendig, wenn Musik aus Bars und Restaurants durch die Gassen klingt.

Sehenswürdigkeiten in Chiapas
Chiapas ist reich an Natur- und Kulturerlebnissen. Ich möchte hier einen kurzen Einblick geben, welche Highlights die Region zu bieten hat.
San Cristóbal de las Casas – Herz und Ausgangspunkt
San Cristóbal de las Casas ist für mich das Herz von Chiapas. Nicht, weil es die spektakulärste Sehenswürdigkeit ist. Sondern weil hier alles zusammenläuft.
- Bunte Häuser
- Kopfsteinpflaster
- Indigene Kultur
- Cafés, Märkte, Leben
Und vor allem: Von hier starten fast alle Ausflüge.
Ob Sumidero, Chamul &, Zinacantán oder weiter Richtung Wasserfälle – San Cristóbal ist die Base.
Mit Kind übrigens perfekt:
- überschaubar
- entspannt
- viele Cafés & Restaurants
- gute Infrastruktur
Cañon del Sumidero
Einer unserer ersten Ausflüge führte uns zum Cañon del Sumidero. Diese gewaltige Schlucht gehört zu den beeindruckendsten Naturwundern in Chiapas. Mit einem Boot fährt man durch den Canyon, dessen Felswände bis zu 1000 Meter hoch aufragen. Während unserer Fahrt sahen wir:
- Krokodile
- viele Vögel
- Affen
- einen riesigen Leguan
Und das Boot fuhr so schnell, dass der Wind uns nur ins Gesicht blies. Dieser hatte sogar Papas Mütze ins Wasser geweht. Fazit: Auf dem Boot gut die Mützen festhalten!

Chamula – eine Kirche wie keine andere
Einer der faszinierendsten Orte in Chiapas ist das Dorf San Juan Chamula.
Hier besuchten wir eine Kirche, die sich komplett von dem unterscheidet, was man normalerweise erwartet. Der Boden der Kirche ist mit Tannennadeln bedeckt. Überall stehen kleine Kerzen. Familien sitzen auf dem Boden und führen Rituale durch. Ein Schamane (LOL genannt) spricht leise Gebete, während Menschen mit Eiern oder manchmal sogar mit Hühnern gereinigt werden. Auch Coca Cola spielt dabei eine Rolle – durch das Aufstoßen soll der böse Geist entweichen.
Fotografieren ist hier streng verboten. Aber selbst ohne Fotos bleibt vor allem dieser Ort unvergesslich.
Zinacantán – traditionelle Maya-Kultur
Nicht weit entfernt liegt Zinacantán, ein weiteres indigenes Dorf.
Die Menschen tragen dort noch heute traditionelle Kleidung, und viele Familien leben von Textilhandwerk und Landwirtschaft. Auch hier ist Fotografieren nur schwierig möglich. Die Menschen glauben es raube ihre Seele.
Ein Besuch gibt einen seltenen Einblick in die kulturelle Vielfalt Mexikos.

El Chiflón – der vielleicht schönste Wasserfall in Chiapas
Wenn ich einen Ort nennen müsste, der mich wirklich überrascht hat, dann wäre es El Chiflón.
Mehrere Wasserfälle reihen sich hier aneinander, verbunden durch einen Weg entlang des Flusses.
Und dann kommt er: Der Hauptwasserfall. Kraftvoll. Laut. Türkis.
Fast schon unrealistisch schön. Mein Eindruck: Weniger überlaufen als Agua Azul – aber mindestens genauso beeindruckend.
Lagos de Montebello – Farben, die man nicht erwartet
Die Lagos de Montebello sind einer dieser Orte, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Und genau deshalb so besonders. Über 50 Seen. Jeder in einer anderen Farbe. Von tiefblau bis smaragdgrün.
Man fährt von See zu See, hält an, schaut, staunt. Kein „Programmpunkt“. Eher ein Gefühl.
Palenque – Maya-Ruinen im Dschungel
Palenque ist anders. Nicht so monumental wie Chichén Itzá. Nicht so geschniegelt. Sondern: Mitten im Dschungel. Umgeben von Geräuschen. Lebendig.
Und genau das macht den Unterschied.
Mein Tipp: Früh kommen. Hitze vermeiden. Zeit lassen.
Agua Azul & Misol-Ha – Klassiker mit zwei Gesichtern
Agua Azul
Ja, sie sind wunderschön. Ja, das Wasser kann türkis leuchten.
Aber nicht wenn es regnet. Und sie sind sehr touristisch.
Misol-Ha
Kleiner und kompakter und etwas intensiver als Agua Azul. Ein einzelner Wasserfall, aber dafür: zum Dahinterlaufen. Also hinter den „Wasservorhang“.
Yaxchilán & Bonampak – für echte Entdecker
Wenn du Chiapas wirklich verstehen willst, dann geh tiefer. Yaxchilán erreichst du nur per Boot durch den Dschungel entlang des Flusses. Allein die Anreise ist ein Erlebnis.
Bonampak ergänzt das Ganze mit gut erhaltenen Maya-Malereien.
Aber wichtig:
Das ist kein entspannter Tagesausflug. Das ist Abenteuer.
Realität in Chiapas – was viele unterschätzen
Chiapas ist kein „mal eben“ Reiseziel.
- Distanzen sind groß
- Straßen kurvig
- Fahrzeiten lang
Eine Strecke kann schnell 6–8 Stunden dauern.
Fazit – Chiapas zeigt eine ganz andere Seite Mexikos
Chiapas fühlt sich oft an wie eine Reise in eine andere Welt.
Hier treffen:
- beeindruckende Natur
- jahrhundertealte Traditionen
- indigene Kulturen
- und lebendige Städte
- sowie leider auch viel Armut
aufeinander.
Wer Mexiko wirklich verstehen möchte, sollte diese Region unbedingt besuchen.
Wie man Chiapas in eine Rundreise durch Mexiko einbauen kann, liest du hier: Rundreisen durch Mexiko
Wenn du deine Rundreise planst bietet sich in Richtung Mexico City nach Chiapas dann Oaxaca an. oder auf der klassischen Route in Richtung Yucatan, würde Campeche der nächste halt sein.
