Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, sehe ich keine gerade Linie.
Ich sehe Kurven.
Abzweigungen.
Umwege.
Mutige Sprünge.
Und ich sehe etwas anderes:
Immer wieder erschien eine neue Treppe.
Wie in Hogwarts.
Du weißt schon – diese beweglichen Treppen, die plötzlich dort auftauchen, wo man sie braucht.
Ich musste sie nur gehen.
Dieser Beitrag beschreibt meinen Weg. Wer ich bin, liest du unter Über mich.
Ich wusste nie den ganzen Plan
Geboren 1986 irgendwo im Nirgendwo.
Dorfkind. Meerliebhaberin. Schnee-Verweigerin.
Schon früh war da diese Sehnsucht nach Weite.
Nach Sommer.
Nach Ortswechsel.
Mit sieben die erste Auslandsreise.
Mit 22 allein nach Mexiko.
Mit Mitte zwanzig der klassische Karriereweg in der Reisebranche.
Ich dachte damals, ich plane mein Leben.
Heute weiß ich:
Ich folgte Einladungen.

Die erste große Komfortzone
München.
Erste gemeinsame Wohnung.
Fester Job.
Vom Startup ins große Unternehmen.
Sicheres Einkommen.
Klare Strukturen.
Es war gut.
Es war solide.
Es war… bequem.
Aber irgendetwas in mir wurde leiser.
Kennst du das Gefühl, wenn dein Leben von außen richtig aussieht –
und sich innen trotzdem nicht ganz stimmig anfühlt?
Ich habe es lange ignoriert.

Mutter werden – und alles hinterfragen
Dann kam Australien.
Dann kam unser erstes Kind.
Und ich? Ich stellte alles in Frage.
Warum machen wir Dinge „weil man es so macht“?
Warum glauben wir, dass es nur einen richtigen Weg gibt?
Baby Led Weaning.
Bedürfnisorientiertes Aufwachsen.
Kitafrei.
Arbeiten von zuhause.
Ich traf Entscheidungen, die nicht jeder verstand.
Und ich begann zu lernen:
Ich darf meinem Gefühl mehr vertrauen als fremden Meinungen.
Nicht aus Rebellion.
Sondern aus Intuition.
Und ich merkte:
Jedes Mal, wenn ich meinem Gefühl folgte, öffnete sich etwas.
Nicht sofort.
Nicht mit Applaus.
Aber mit innerer Ruhe.

Mein Gamechanger
Und dann kam dieser Moment.
Nicht laut.
Nicht spektakulär.
Aber radikal in seiner Wirkung.
Ich saß in einem Persönlichkeitsseminar – eigentlich nur, weil ich merkte, dass sich mein Business schwer anfühlte. Ich wollte Leichtigkeit zurück. Klarheit. Richtung.
Was ich bekam, war mehr.
Plötzlich war alles wieder bunt.
Die Zukunft schillerte nicht in grauen To-Do-Listen, sondern in Möglichkeiten.
Ich fühlte Energie. Kreativität. Vertrauen.
Nicht dieses künstliche „Du schaffst alles!“,
sondern ein tiefes inneres Wissen:
Da ist mehr. Und ich darf das leben.
Im September, Oktober und November folgten weitere Workshops.
Nicht aus blinder Euphorie, sondern aus echtem Hunger nach Entwicklung.
Es machte ständig „klick“.
Aha-Momente reihten sich aneinander.
Alte Denkweisen fielen wie Staub von mir ab.
Ich veränderte mein Umfeld.
Ich veränderte meine Routinen.
Ich veränderte meine Perspektive.
Und ja – sogar mein Körper veränderte sich.
Weil innere Klarheit immer auch äußere Auswirkungen hat.
Es ging schnell. Vielleicht schneller, als mein Umfeld nachvollziehen konnte.
Aber für mich war es logisch.
Ich begann die Ausbildung zum HypnoseMaster (DHI).
Nicht, weil ich Hypnose „cool“ fand –
sondern weil ich verstanden hatte, wie sehr unser Unterbewusstsein unser Leben lenkt.
Und dann entstand meine Vision:
die GedankenSafaris.
Nicht als Produktidee.
Sondern als Antwort auf eine innere Frage:
Wie können Menschen reisen, wachsen, fühlen – selbst wenn äußere Grenzen existieren?
Es lief.
Und vor allem:
Es fühlte sich richtig an.

Die Pandemie – mein Vertrauens-Test
Dann kam 2020.
Der große Knall.
Stillstand.
Lockdown.
Kinderbetreuung.
Business im Ausnahmezustand.
Und mitten in diesem Chaos war da ein Gefühl:
Dankbarkeit, dass ich acht Monate zuvor gesprungen war.
Dankbarkeit, dass ich mich innerlich schon neu ausgerichtet hatte.
Dankbarkeit, dass mein Fundament nicht mehr nur auf Reiseberatung stand.
2018 hatten wir im Business-Coaching noch über Risiken gesprochen.
Vulkanausbruch? Terroranschlag? Wirtschaftskrise?
„Was soll schon passieren?“
Niemand hatte eine Pandemie auf dem Zettel.
Und genau da wurde mir klar:
Man kann nicht alles planen.
Aber man kann lernen, beweglich zu bleiben.
Und wieder zeigte sich:
Wenn ich springe, kommt eine Treppe.
2020 war kein Rückschritt.
Es war mein Spiegel.
Ich dachte immer, ich vertraue mir.
Doch erst in dieser Unsicherheit wurde klar, wie tief dieses Vertrauen wirklich geht.
Die Welt wurde lauter.
Wütender.
Ängstlicher.
Ich zu Beginn auch…
Aber ich lernte, bei mir zu bleiben.
Ich lernte, dass Wandel nicht mein Feind ist.
Er ist mein Trainingspartner.
Ich lernte, dass ich keine Fernreise brauche, um erfüllt zu sein.
Dass Heimat erkunden genauso nährt.
Dass Freiheit nicht nur geografisch ist.
Und vor allem lernte ich:
Vertrauen ist kein Gefühl.
Es ist eine Entscheidung.
Die Zeit, in der nichts mehr eindeutig war
2020 war die Zeit der Meinungen.
Links, rechts, laut, leise.
Wissenschaft, Emotion, Angst, Trotz.
Niemand wusste, was richtig ist.
Und plötzlich war jede Entscheidung politisch.
Ich recherchierte.
Ich las.
Ich hörte zu.
Ich zweifelte.
Nicht schwarz-weiß denken.
Den Mittelweg finden.
Verantwortung übernehmen.
Und irgendwann merkte ich:
Ich kann nicht alles kontrollieren.
Aber ich kann entscheiden, wie ich reagiere.
Vertrauen und handeln.
Nicht blind.
Nicht naiv.
Sondern bewusst.
Was die Entschleunigung mir zeigte
Keine Termine.
Kein Hetzen.
Keine Reisen.
Kein Freizeitstress.
Plötzlich war Raum.
Raum zum Denken.
Raum zum Fühlen.
Raum zum Beobachten.
Ich lernte:
Ich bin nicht meine To-Do-Liste.
Ich bin nicht meine Produktivität.
Ich bin nicht meine Reiseziele.
Ich bin auch dann vollständig, wenn es still ist.
Diese Erkenntnis war leise.
Aber tief.
Und sie verändert bis heute meine Entscheidungen.
Die geschwungene rote Linie
Wenn ich heute zurückblicke, wirkt mein Weg nicht chaotisch.
Er wirkt wie eine geschwungene Linie,
die sich Stück für Stück wieder ausrichtet.
Nicht perfekt gerade.
Aber immer mit Tendenz nach oben.
Nicht ohne Angst.
Aber nie ohne Wachstum.
Es war kein Sprint.
Es war ein mutiger Aufstieg.
Und ich musste nie den ganzen Weg sehen.
Ich musste nur die nächste Treppe betreten.

Was ich gelernt habe
Dankbar sein.
Nicht erst am Ziel.
Sondern unterwegs.
Vertrauen.
Nicht, weil alles sicher ist.
Sondern obwohl es das nicht ist.
Und springen.
Nicht, weil ich alles weiß.
Sondern weil ich spüre, dass Stillstand nicht meine Richtung ist.
Ich habe aufgehört, mein Leben wie ein Projekt zu planen.
Ich sehe es heute eher wie eine Einladung.
Und wenn du gerade an einer Treppe stehst
Vielleicht spürst du gerade auch, dass sich etwas bewegt.
Vielleicht ist da dieser Impuls,
der nicht laut ist –
aber hartnäckig.
Vielleicht weißt du nicht, wohin es führt.
Ich wusste es auch nie. Ich weiß es immer noch nicht.
Ich weiß nur:
Immer wenn ich den Schritt gegangen bin,
hat sich im Nachhinein gezeigt,
dass er gut und richtig war.
Nicht bequem.
Aber wachstumsfördernd.
Und rückblickend erkenne ich:
Es war nie Zufall.
Es war Führung – durch Vertrauen.
Fazit – Warum ich meine Geschichte teile
Nicht, um zu beeindrucken.
Nicht, um alles richtig erscheinen zu lassen.
Sondern weil Wege selten gerade sind.
Und weil Entwicklung nicht linear verläuft.
Vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder.
Vielleicht stehst du gerade an einem Abzweig.
Dann nimm das hier als Ermutigung:
Du darfst Richtungen ändern.
Du darfst größer denken.
Du darfst deinen eigenen Rhythmus finden.
Und manchmal ist der Umweg genau der Weg.
Der Sturm wird immer stärker! Das macht nichts, ich auch! (Pippi Langstrumpf)
