„Collect memories, not things.“
Dieser Satz begegnet einem auf Reisen ständig.
Und ja – ich bringe trotzdem meistens irgendetwas mit nach Hause. Einen Magneten. Eine Schale. Etwas zum Anziehen. Vielleicht auch etwas zum Essen.
Aber die eigentlichen Schätze sind für mich die Fotos.
Nicht, weil ich alles dokumentieren will, sondern weil Bilder für mich wie eine kleine Festplattenerweiterung meines Gehirns sind.
Die Erinnerungen sind zwar irgendwo noch da – aber oft nicht auf Knopfdruck abrufbar. Ein Foto schafft das.
Es holt einen zurück.
In einen Moment.
In ein Gefühl.
In eine Version von sich selbst.

Nun ist das mit diesen Fotos ja nicht ganz so einfach. Einige postet man direkt aus dem Urlaub auf Instagram, vielleicht schafft man es nach dem Urlaub noch gerade so, sie von der Kamera oder vom Handy auf der NAS oder in der Cloud abzuspeichern (inkl. aussortieren). In den seltensten Fällen schafft man es sie zu bearbeiten und wahrscheinlich noch seltener landen diese kleinen selbst erstellten Kunstwerke in einem Buch zum Anschauen. Damit eure Fotos nicht zu Karteileichen werden, stelle ich euch hier meinen ultimativen Ablauf vor, damit sicher auch kein Foto und somit kein Urlaubsmoment in der Vergessenheit landet.
Warum wir auf Reisen überhaupt fotografieren
Wir fotografieren nicht nur, um etwas festzuhalten.
Wir fotografieren, weil wir spüren, dass dieser Moment einmalig ist, weil wir ahnen, dass die Reise viel zu schnell vorbeigehen wird und weil wir uns ein Stück davon mitnehmen wollen.
Ein gutes Foto zeigt deshalb nicht nur einen Ort. Es speichert Atmosphäre.
Die überwältigten Gesichter im Großstadtdschungel.
Die fliegenden Haare im Licht des Abends.
Die Müdigkeit nach einem langen Ausflug.
Das Lächeln eines Kindes mit geröteten Wangen und Sand am ganzen Körper.
Fotos sind bleibender Teil unserer Erinnerungen. Mehr dazu kannst du im Beitrag „Erinnerungen“ nachlesen.
Fotografieren im Urlaub
Ich kann auf meine Fotoausrüstung auf Reisen nicht verzichten. Bei uns sind immer eine Spiegelreflex Kamera mit zwei Objektiven, die GoPro mit Sticks für Wasser und Land und unsere Handys am Start. Neuerdings auch die Digicam vom Kind (Testbericht und Foto-Bingo). Am liebsten fotografiere ich dann natürlich mit der Spiegelreflex, aber auch das Handy kommt zum Einsatz, wenn es schnell gehen muss und eben die GoPro für nasse und actionreiche Aktivitäten.
Nicht jeder Moment braucht ein Foto
So sehr ich meine Kameras liebe – ich glaube nicht, dass alles fotografiert werden muss.
Manche Momente wollen einfach nur gelebt werden. Ohne Linse dazwischen. Ohne den Gedanken: „Das poste ich später.“
Die Kunst liegt für mich inzwischen nicht mehr darin, möglichst viel zu fotografieren. Sondern das Richtige.
Nicht Masse, sondern Erinnerungstiefe.
Welche Fotos später wirklich zählen
Früher dachte ich oft, ein Reisefoto müsse schön, klar und möglichst perfekt sein.
Heute sehe ich das anders.
Gerade mit Kindern sind es oft die unspektakulären Bilder, die später am meisten auslösen:
- das zerknitterte Ticket
- die halb gegessene Wassermelone
- nackte Füße auf heißem Stein
- der Blick aus dem Auto
- die Müdigkeit nach einem Tag voller Eindrücke
Diese Bilder erzählen nicht nur von einem Ort, sie erzählen von einer Stimmung.
Mein Ablauf nach der Reise
Nach dem Urlaub beginnt für mich ein zweiter, fast genauso schöner Teil:
das Sortieren.
Nicht sofort immer. Manchmal auch mit Verspätung. Aber sobald ich beginne, tauche ich gedanklich noch einmal ein.
Ich schaue durch, lösche, wähle aus, bearbeite leicht Helligkeit und Farben – und merke dabei oft, wie die Reise innerlich noch einmal lebendig wird.
Das ist für mich kein lästiger Orga-Schritt, es ist Erinnerungspflege.
Am liebsten arbeite ich mittlerweile mit fotor und optimiere damit Helligkeit und Farben an den Fotos.
Warum Fotobücher für mich so wertvoll sind
Digitale Bilder verschwinden schnell.
Irgendwo in Ordnern, auf Festplatten, in Clouds, zwischen Screenshots und Einkaufslisten.
Ein Fotobuch dagegen hat Gewicht.
Es liegt in der Hand.
Es wird wieder aufgeschlagen.
Es wird gemeinsam angeschaut.
Ich liebe Fotobücher, weil sie Reiseerinnerungen in den Alltag zurückholen.
Was ein gutes Fotobuch für mich ausmacht
Für mich muss ein Fotobuch nicht geschniegelt perfekt sein.
Es darf atmen.
Es darf erzählen.
Es darf auch mal bunt und verspielt sein.
Wichtig finde ich:
- eine bewusste Auswahl, es sei denn du erstellst ein Wimmelbuch
- genug Ruhe auf den Seiten
- ein stimmiges Farbgefühl
- gut lesbare Orts- oder Datumsangaben
- und ein Cover, das die Reise emotional trägt
Fotobuch erstellen
Niemand hat je behauptet, dass der ganze Prozess nicht zeitintensiv ist 😉 Deshalb wird es bei mir wohl auch oft auf die „lange Kante“ geschoben…
Trotzdem, die Emotionen und Erinnerungen beim Anschauen der Fotobücher, sind es alle Arbeit wert.
Ich haue die Fotos da auch nicht einfach in den automatischen Verteiler rein.
Nein ich passe jede Seite individuell an. So wie ich früher meine Fotoalben geklebt habe, gestalte ich auch meine Fotobücher.
Layout, Farben, Schrift sowie Symbole und „Aufkleber“ suche ich jeweils immer ganz passend zum Thema und den jeweiligen Fotos.

Wo erstelle ich meine Fotobücher
Ich selber habe lange mit Cewe gearbeitet, allerdings bin ich vor einigen Jahren zu Albelli, jetzt PosterXXL gewechselt. Hier gefällt mir die Qualität sehr gut und auch das Programm zum Erstellen ist leicht und intuitiv. Ebenfalls passt der Preis 😉 Bei Albelli gibt es oft 40-50% Rabatt, das lohnt sich dann schon. Ich mag aber auch die Fotobücher von Snapfish oder Fotobox, allerdings sind hier die Programme nicht so schön.

Layout
Das Layout kann so vielfältig sein, das kommt wirklich ganz auf deinen Geschmack an. Wenn du kein vorgefertigtes Layout nimmst, versuche auf die gleichmäßigen Größen und Abstände zu achten, das ist manchmal eine ganz schöne Fusselarbeit. Bestenfalls entwickelst du auch ein Schema, dass sich durch das ganze Buch zieht, ist aber kein Muss, zumindest jedoch auf einer Doppelseite sinnvoll!

Hintergrundbilder
Du kannst Bilder über die ganze Seite packen und hast die Wahl ob du das Bild in voller Farbe nimmst oder es etwas heller als Hintergrundbild, um evt. noch kleine Bilder darüber zu legen.

Farben
Bezüglich der Farben ist ein Farbschema ebenfalls angebracht. Wähle deine Farben passend zu den Fotos und dem Thema. Auch hier ist ein gleichbleibendes Farbschema durch das ganze Buch von Vorteil aber kein Muss. Ich mag es gerne bunt 😉
Rahmen
Rahmen dürfen auch gern einheitlich gewählt werden. Ich habe da meine Favoriten die ich immer wieder gern anwende. Beispielsweise macht es bei kleinen Bildern auf großen Bildern auch Sinn, die kleinen Bilder farblich passend zu umrahmen.

Schrift
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, Für Ortsnamen, Namen der Personen, Daten und Fakten ist es aber sehr sinnvoll Schrift einzufügen. Ansonsten sind lange Erklärungstexte eher sinnlos. Liest man sich eh nicht durch. Achte darauf dass die Schrift gut lesbar und einheitlich ist.
Sticker, Symbole und Logos
In den meisten Programmen kann man unzählige Aufkleber, Emoticons, Symbole oder ähnliches einfügen. Das lockert ungemein auf oder lässt auch mal einen Patzer im Bild verschwinden, wenn man zu faul ist, Photoshop zu bemühen.
Ich lade mir auch gerne Stadt- und Regions-Logos runter, um diese dann in meine Bücher zu packen. Für den privaten Gebrauch sollte das kein Problem sein.

Früher hat man auch Broschüren und Einkaufszettel eingeklebt.
Ja, das muss aber echt nicht mehr sein. Wenn du die Sagrada Familia nicht in ihrer vollen Pracht erwischt hast, dir der hübsche Tempel in Asien verwackelt ist oder du die Pinguine auf Philipps Island nicht fotografieren durftest, dann lade dir ein Bild aus dem Internet (google Bildersuche, Unsplash, Pixabay…) runter und packe dieses mit in dein Fotobuch.
Und was kann man mit Videos machen?
Videos lassen sich schlecht abdrucken, das stimmt. Ich bearbeite meine Videos gern zu einem Urlaubsfilm (ohje… das braucht noch mehr Zeit…) und füge einen QR-Code im Fotoalbum ein, worüber das Video ganz fix mit dem Handy abgerufen werden kann.
Cover
Das Cover ist etwas Besonderes. Ich versuche hier für meine Urlaubs-Bücher immer ein Bild zu finden, das die ganze Reise beschreibt, ob nun selbstgemacht oder gedownloadet. Ebenfalls schreibe ich auf mein Fotobuch immer den Ort und das Datum der Reise.

Fazit
Ich finde ein Fotobuch ist die ideale Lösung gegen Fernweh. Das Erstellen erfordert Geduld, Fingerspitzengefühl und etwas Kreativität aber das Ergebnis lohnt sich. So nimmt man sich seine Urlaubsfotos doch gerne zur Hand.
Fotos sind für mich viel mehr als schöne Urlaubsschnappschüsse.
Sie sind Anker.
Türöffner.
Erinnerungsspeicher.
Und wenn wir sie bewusst auswählen, gestalten und sichtbar machen, dann bleiben Reisen nicht einfach vorbei.
Dann wirken sie weiter.
Im Regal.
Im Wohnzimmer.
Im Kopf.
Im Herzen.
Letztens las ich von Questlogs. Das sind kleine Holzkisten, in denen man sämtliche kleine Mitbringsel von der Reise, also Muscheln, Steine, Karten, Figuren usw. aufbewahren kann und diese dann im Bücherregal oder an der Wand platzieren kann. Zukünftig sollen auch in dieser Box die Urlaubsbilder abzuspeichern und digital abzurufen sein können. Ich bin begeistert von dieser Idee der Aufbewahrung.
