Das neue Jahr beginnt oft mit großen Plänen.

Einige starten direkt mit einer Reise.
Andere haben ihren nächsten Urlaub bereits gebucht.
Und wieder andere stehen vor einer Liste voller Ideen und fragen sich:

Wie soll ich das alles jemals erleben?

Diese Liste nennt man heute gerne Travel Bucket List.

Eine Sammlung von Orten, Reisen und Erlebnissen, die man im Laufe seines Lebens unbedingt machen möchte.

Doch je länger ich über dieses Konzept nachdenke, desto mehr wird mir klar:

Eine gute Bucket List besteht nicht nur aus Ländern.

Sie besteht in erster Linie aus (erwarteten) Erlebnissen.

Was ist eine Travel Bucket List eigentlich?

Der Begriff „Bucket List“ stammt aus dem Englischen und beschreibt eine Liste von Dingen, die man erleben möchte, bevor man stirbt – also bevor man „den Eimer umstößt“.

Das klingt zunächst etwas makaber, trifft aber einen wichtigen Punkt.

Denn Studien über Menschen am Lebensende zeigen immer wieder ein ähnliches Muster:

Die meisten Menschen bereuen nicht die Dinge, die sie getan haben.

Sie bereuen die Dinge, die sie nicht getan haben.

Nicht gereist.
Nicht ausprobiert.
Nicht gewagt.

Eine Bucket List ist deshalb weniger eine To-do-Liste.

Sie ist eher eine Erinnerung daran, das Leben bewusst zu gestalten.

Vision Board Reiseziele 2020

Warum Ziele und Wünsche wichtig sind

Träume allein verändern nichts.

Erst wenn wir sie sichtbar machen, bekommen sie Kraft.

Eine Bucket List kann genau dabei helfen.

Sie schafft Klarheit:

Was möchte ich eigentlich erleben?
Was ist mir wirklich wichtig?
Welche Erfahrungen sollen mein Leben prägen?

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Länder zu sammeln.

Es geht darum, bewusst zu entscheiden, welche Erfahrungen wir machen möchten.

Manche Menschen schreiben ihre Wünsche auf.
Andere sprechen sie laut aus.
Wieder andere vertrauen darauf, dass das Leben sie zu den richtigen Orten führt.

Auch darüber habe ich bereits geschrieben – über Wünsche, Sternschnuppen und Vertrauen ins Leben.

Denn manchmal beginnt eine Reise genau dort:
bei einem Gedanken.

Was wirklich auf eine Travel Bucket List gehört

Viele Bucket Lists bestehen aus Ländern:

Japan
Island
Neuseeland
Peru

Doch je länger ich reise, desto mehr merke ich:

Orte allein sind selten das Entscheidende.

Es sind die Erlebnisse, besondere Momente, die eine Reise unvergesslich machen.

Zum Beispiel:

  • in einer Cenote im Dschungel schwimmen
  • den Sonnenaufgang über dem Meer erleben
  • mit Einheimischen auf einem Markt essen
  • unter Millionen Sternen in der Wüste schlafen
  • mit Delfinen im offenen Meer schwimmen
  • einen Roadtrip ohne festen Plan machen

Solche Erfahrungen bleiben oft viel länger in Erinnerung als der Name eines Landes. Das heißt nicht dass der Name eines anderen Landes nicht auch Teil einer Bucketlist sein darf.

Deshalb darf eine gute Bucket List ruhig anders aussehen.

Nicht nur:

„Ich möchte nach Japan.“

Sondern:

„Ich möchte einmal im Leben die Kirschblüte erleben.“

Meine eigene Travel Bucket List

Natürlich habe auch ich eine solche Liste.

Manche Ziele begleiten mich schon viele Jahre. Doch je länger ich unterwegs bin, desto wichtiger werden für mich die Erlebnisse hinter den Orten. So knüpft meine Liste an die Orte eine bestimmte Erwartung.

Zum Beispiel:

  • Wale auf der Baja California beobachten und anschließend mit dem Chepe durch die Kupferschluchten
  • Bolivien und Kolumbien erleben mit einem Konzert von Shakira
  • die Kultur auf einer Südostasien Rundreise kennenlernen
  • Auf Safari in Kenia und Tansania gehen, mit Abschluss auf Sansibar
  • Die Freiheit bei einem Roadtrip über die Balkanländer spüren

Denn genau diese Momente bleiben.

Books Lonely Planet Travel

Reisen in Zeiten von Krieg, Klimawandel und Chaos

Gleichzeitig verändert sich unser Blick aufs Reisen.

Das Weltgeschehen stellt viele Gewohnheiten infrage. Jüngst blockierte eine Pandemie alle Reisen, aktuell ist es der Krieg und irgendwie gibts doch immer irgendwo ein wenig Chaos auf unserem Planeten.

Flüge, Kreuzfahrten und Massentourismus stehen außerdem zunehmend in der Kritik.

Für mich bedeutet das nicht, dass wir aufhören sollten zu reisen.

Aber vielleicht sollten wir bewusster reisen. Unsere Ziele und Erwartungen genau überdenken. Mehr Zeit vor Ort. Mehr echte Begegnungen.

Und vielleicht auch ab und zu eine Reise im Kopf.

Genau aus diesem Gedanken heraus sind übrigens meine GedankenSafaris entstanden.

Eine Möglichkeit, fremde Orte mit allen Sinnen zu erleben – auch ohne Flugticket.

Eine Bucket List für das ganze Leben

Eine Bucket List ist nichts Starres.

Sie verändert sich.

Manche Ziele verschwinden.
Andere kommen hinzu.

Manche Wünsche erfüllen sich schneller als gedacht.

Und manchmal merkt man plötzlich:

Das Wichtigste ist gar nicht das Ziel.

Sondern der Weg dorthin.

Fazit: Eine Bucket List ist kein Wettbewerb

Es geht nicht darum, möglichst viele Orte abzuhaken.

Es geht darum, ein Leben zu gestalten, das sich reich anfühlt.

Reich an Erinnerungen.
Reich an Erfahrungen.
Reich an Momenten, die bleiben.

Vielleicht beginnt eine Bucket List deshalb nicht mit der Frage:

„Welche Länder möchte ich besuchen?“

Sondern mit einer viel wichtigeren:

Welche Erlebnisse möchte ich in meinem Leben unbedingt machen?