Gepäck Rucksack Lebensreise

… und nehme mit:

Jeder kennt dieses berühmte Spiel aus Kindheitstagen, doch was hat es mit dem Koffer packen wirklich auf sich. Wie packst du deinen Koffer und wie wichtig ist der Inhalt für die Reise eigentlich? Dieser Beitrag soll dir eine Idee für mehr Leichtigkeit und Achtsamkeit bringen, dich inspirieren und zum Nachdenken anregen.

Du nimmst den Ballast und schmeißt ihn weg,

„denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck…“ besang Stefanie von Silbermond vor ein paar Jahren schon metaphorisch unsere Lebensreise. Ich weiß noch, dass ich damals (2015) eine kleine Diskussion mit meinem Papa hatte, der sich darüber erregte, dass die Stars ja allesamt reich sind und ruhig all ihre Klamotten und Habseligkeiten verbrennen können, um dann wieder neu zu kaufen.

Realität und Metapher gehen hier Hand in Hand über… Im Innen wie im Außen!

Naja meinte ich, ich würde mich auch gerne leichter fühlen, weniger Dinge haben, um die ich mir Gedanken machen muss, weniger Gedanken und Glaubenssätze in meinem Kopf, weniger von all dem, was mich bremst und blockiert, sowohl an materiellem als auch an mentalem Gut. Leichter fühlen, leichter leben, geileres Leben…?! Für mich ist das Lied absolut nachvollziehbar und wahr.

Leichtigkeit und Lebensfreude

Wir packen für unser Leben und enden im Chaos

Schauen wir uns doch den Akt des Packens, mal auf unser Leben bezogen an. Ist es nicht ein ständiges Warten auf etwas? Ich muss erst mal studieren UND DANN starte ich durch in mein Traumleben. Ich muss noch diese und jene Weiterbildung machen UND DANN starte ich endlich durch in mein Traumleben. Ich muss erst mal Fuß fassen, einen Job ausüben UND DANN starte ich durch in mein Traumleben. Ich muss jede Menge Geld verdienen UND DANN starte ich durch in mein Traumleben. Ich muss eine Familie gründen UND DANN… Moment mal, ist die Familie nicht dein Traumleben?

Vielleicht erkennt sich hier der/die eine oder andere wieder. An dieser Stelle ruf bitte laut „STOOOOOOPPPPPPPP, ab heute, jetzt und hier beginnt mein TRAUMLEBEN„. Das einzige was wir irgendwann mal müssen ist sterben und bis dahin wollen wir es leben, oder? Intensiv und glücklich. Nicht wahr? Auf UND DANN zu warten, wäre Wahnsinn, denn es wird nie eintreffen! Deshalb leg jetzt los und starte! Mache es einfach! Verrückt? Nö… Und dazu braucht man kein Gepäck… Keine 1.000 Ausbildungen, keine unnötigen Dinge. Du brauchst nur dich, denn du bist einzigartig!

Vom Seefahrer und seinem Kanu

Dazu fällt mir die Geschichte vom dummen Seefahrer ein, der sein Kanu nicht gepackt bekam, aus dem Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ von John Strelecky:

„Von den Flüssen bis zum Meer, von den Sternen bis zur Sonne, neue Abenteuer suchen wir, wollen Lachen und große Wonne.
Als Entdecker von allen, der Abenteuer groß und klein, unser erster Schritt muss das Packen des Kanus sein.
Heute erzählen wir die Geschichte des dummen Seefahreres, der – nanu; seine Reise nie antrat, denn er verstand’s nicht zu packen sein Kanu.
All sein Gut lag auf dem Strand, sollte mit auf die Reise, doch nicht alles war davon nützlich auf die gleiche Art und Weise.
Die Wichtigsten tat er zur Seite, sie wollt‘ er verstauen am Schluss. Sein Surfbrett, Speer, Paddel und Hut, für sein Abenteuer ein absolutes Muss.
Am ganzen Strand versammelten sich Leute, sie kamen von fern und von nah.
Und jeder glaubte zu wissen, was auf die Reise mitzunehmen war.
Nimm dies, nimm das und jenes noch, so beschied ihm manch einer; zur See gefahren, ins Wasser gestochen, war von ihnen noch keiner.
Nimm dies, nimm das und jenes noch, so riefen andere ihm zu, die ihr Leben lang nur träumten von Abenteuern und viel Spaß dazu.
Sie riefen und riefen bald stundenlang und hörten gar nicht mehr auf.
Der dumme Seemann, er mühte sich, und hörte tatsächlich darauf.
Er packte das Kanu, er füllte es an, wohl hundert Mal einen Platz er fand.
Doch stets wenn er meinte, fertig zu sein, stand das Wichtigste noch immer am Strand.
Nimm dies, nimm das und jenes noch, riefen die Leute in einem fort.
Nimm dies, nimm das und jenes noch, ihre Stimmen erfüllten den Ort.
Der Seemann sprach ganz unbeirrt, das Wichtigste nehm ich am Schluss, die Zeit verging und immer noch, saß er fest mit großem Verdruss.
Wie mach ich’s nur, wie tu ich’s bloß… er plagte sich so sehr.
Doch immer noch packte er nicht das Boot, was er dringend brauchte am Meer. Die Tage und Wochen, sie gingen dahin, die Regensaison hat fast schon begonnen, und als dann der erste Tropfen kam, war die Zeit zur Abfahrt verronnen.
Es regnete hinab, viele Tage lang und Donner gesellte sich dazu. So gab der Mann seinen Traum schließlich auf, und verließ sein großes Kanu.
Die große Lehre verstand er nicht, die jeder von uns sollt bewahr’n: Das Wichtigste pack zuerst ins Boot, sonst kannst du nicht in die Ferne fahrn.
Was das Wichtigste im Leben, pack zuerst in dein Kanu, sonst habt ihr ein Leben voller Dinge, aber keine erfüllenden Abenteuer dazu.“

Wiedersehen am Café am Rande der Welt von John Strelecky

Komplett ist das Lied im Buch nachzulesen, welches ich ohne Wenn und Aber jedem empfehle zu lesen (natürlich nach dem ersten Teil: Das Café am Rande der Welt).

Pack-Fauxpas im echten Leben

Und auch im echten Leben passieren solche Seefahrer-Geschichten. Eine Freundin von mir wollte einst verreisen. Sie wusch tagelang vor der Reise ihren kompletten Kleiderschrank, packte und sortierte, packte aus und ordnete neu ein. Die ganze Woche zuvor beschäftigte sie sich ausschließlich mit ihrem Gepäck. Am Tag vor der Reise vergaß sie ganz zu essen, panisch packte sie und packte wieder aus, schaute in Foren was sie denn noch unbedingt braucht, um dann wieder neu zu packen. Das tat sie die ganze Nacht und verschlief so fast ihren Flug. Sie kam abgehetzt am Flughafen an und musste sich mit einem kleinen Elektrofahrzeug zum Gate bringen lassen, wo sie schon zum letzten Mal ausgerufen wurde… #nochmalgutgegangen

Vielleicht sagst du jetzt, das kann auch nur Frauen passieren… vielleicht… aber der Seefahrer immerhin war ein Mann 😉

Meine Tipps zum Koffer-Packen:

  • Erstelle dir eine Liste mit all den Sachen die du einpackst, das nächste Mal während du packst und auf deiner Reise priorisiere die Gegenstände. So weißt du beim nächsten Mal was unbedingt wieder mit muss und was auch getrost daheim bleiben kann.
  • Übung macht den Meister!
  • Packe gedanklich und reise gedanklich.
  • Natürlich hat jede Reise andere Anforderungen an dich und dein Gepäck. Informiere dich in Foren und Facebook-Gruppen was man unbedingt braucht und kombiniere die Erfahrung anderer (die diese Reise bereits gemacht haben) mit deinen eigenen Must Haves.
  • Reize nicht jeden Quadratzentimeter voll und ganz aus, lasse Platz, gegebenenfalls für weitere Erfahrungen auf der Reise.
  • Rolle Kleidung zusammen, so sparst du mehr Platz.
  • Packe einen frischen Schlüpper, Badesachen, eine Zahnbürste, ggf. Medikamente, wichtige Dinge und Elektronik unbedingt ins Handgepäck.
Auf gepackten Koffern festsitzen

Wir haben nämlich auch schon mal auf einer unserer Reisen unseren Koffer verloren. Der wollte einfach in Paris bleiben, während wir weiter nach Mexiko geflogen sind. Obwohl ich allen Mitreisenden den letzten Punkt vor der Reise noch einmal nahe legte, war ich die einzige die am Zielort baden gehen konnte 😀

Tatsächlich habe ich mich nach 3 Tagen Kofferabstinenz gefreut, aber es ging auch mit sehr wenig… irgendwie.

Magst du Tetris spielen?

Wenn du schon mal Tetris gespielt hast, hast du bestimmt auch schon einmal dein ganzes Bauwerk hinter einer schwarzen Mauer, die sich langsam von unten hochschiebt, verschwinden sehen. Game over! Mach dein Leben nicht zu einem Tetris-Spiel. Sei lieber Super Mario, lauf einfach los und lerne bei jeder Begegnung mit dem Endgegner dazu, sodass du ihn irgendwann besiegst. Lade dir nicht immer weitere kantige und unförmige Dinge ins Leben ein, immer schneller und immer mehr. Du kannst sie irgendwann nicht mehr bewältigen, nicht mehr sortieren, nicht mehr in eine klare Linie bringen und abbauen! Der schwarze Vorhang ist absehbar! Als Super Mario erreichst du deine Ziele, für jedes Level ein Neues.

Meine Tipps für Gepäck auf deiner Lebensreise:

  • Sage STOPP (Tetris) und fange mit deinem vorhandenen Fundament etwas Gutes an. Jedes Fundament ist anders, aber aus jedem Fundament kann man etwas tolles zaubern!
  • Löse deine allgemeinen Blockaden. Meinen Hypnose-Klienten gebe ich in den meisten Fällen in der ersten oder zweiten Sitzung eine umfassende Blockadenlösung (Was, Wie und Warum, liest du auf meiner Webseite La Viajane – Blockadenlösung), natürlich gibt es auch andere Wege, aber die Hypnose ist hierfür ein richtig gutes und effektives Mittel.
  • Schau auf deine großen Blockaden und auf Ballast, den du kennst. Auch hierbei kann dir die Hypnose helfen. Jeder Mensch hat seine Themen und alle Themen sind erklärbar und herleitbar. Hypnose hilft dir, dich damit bewusst auseinanderzusetzen und deine Themen zu klären.
  • Fülle Lücken. Stell dir vor, die Lücken vom unsauberen Bauen beim Tetris sind deine Blockaden. Wir lösen nun also kleine und große Blockaden und haben Freiräume, die wir neu besetzen können. Diese Freiräume sind mit neuen und guttuenden Suggestionen, Glaubenssätzen zu füllen.
  • Sei positiv, stets und ständig! Dein Unterbewusstsein kennt keine Negation, formuliere deine Suggestionen und Ziele also stets positiv (Anstatt „Ich will diesen und jenen Glaubenssatz, Eigenschaft, Gefühl… nicht mehr haben“, formuliere es doch einfach ins Gegenteil: Ich bin gesund, selbstbewusst, eine absolute Powerfrau… (jaja Powermann geht natürlich auch 😉 )
  • Änderung * change * Wechsel... Schon Albert Einstein definierte es als Wahnsinn, die gleichen Dinge zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Mach es einfach mal anders!
  • Nimm deine Sachen, die du bei dir tragen kannst und begib dich auf die große Reise! Deine persönliche Lebensreise! Zieh einfach los, besser heute als morgen… denke an die Regenzeit! Verschwende deine wertvolle Zeit nicht mit dem planen und packen.
  • Selbst wenn deine Sicht nicht weit (bis zu deinen Zielen) reicht und du dein Fernglas vergessen hast, gehe nicht zurück um es zu holen, sondern gehe einfach einen Schritt weiter voran. Mit jedem Schritt nach vorn, erweitert sich auch deine Sicht, um mindestens einen Schritt.
  • Fuck Perfectionismus. Selbst das beste bestückte Kanu kann untergehen, wenn es zu voll beladen ist. Wirf den perfekten Plan also über Bord und mach dein Ding, so wie es sich richtig für dich anfühlt!
  • Hör auf dein Bauchgefühl!
  • Hör gegebenenfalls auch auf Menschen, die schon da sind, wo du hin willst. Allen die labern und rhababern, kehre den Rücken zu und schalte die Ohren auf Durchzug!