Überraschung! Jetzt gibt es mal ganz neue Themen hier auf dem Blog. Mich hat die Blogparade von www.herzens-mama.de (https://herzens-mama.de/blogparade-2022) so inspiriert auch meine Gedanken zum Thema Geburt zu teilen, gerade weil genau das sozusagen zweimal mein Leben verändert hat.
Geburt tut weh.
Das war mein fester Glaubenssatz.
Nicht hinterfragt. Nicht geprüft. Einfach übernommen.
Ich habe ihn mein ganzes Leben gehört.
Von Frauen, aus Filmen, aus Büchern, aus Aufklärungsvideos.
Geburt ist anstrengend.
Geburt ist schmerzhaft.
Geburt ist etwas, das man „überstehen“ muss.
Und dann wurde ich schwanger.
„Das Wissen zu Glaubenssätzen und Affirmationen hätte ich gerne schon vor dem ersten Kind gehabt und möchte diese Erfahrung nun an andere werdende Eltern weiter geben“
Blogparade herzens-mama Spätsommer 2022
Meine erste Geburt – und warum sie mich erschütterte
Ich dachte, ich sei gut vorbereitet.
Geburtsvorbereitungskurs.
Himbeerblättertee.
Akupunktur.
Damm-Massage.
Ich kannte sogar die Hebammen – stellte mich als Anschauungsschwangere zur Verfügung, um Sicherheit zu gewinnen.
Und trotzdem lief es anders.
Überfülltes Krankenhaus.
Wechsel mitten in der Geburt.
Stress. Hektik.
Angeschrien werden.
Mein Baby war 30 Minuten nach Ankunft im neuen Krankenhaus da –
aber ich war innerlich völlig überfahren.
Und nein – es war nicht „alles vergessen“, als ich mein Kind im Arm hielt.
Diese Erfahrung saß tief.
Fünf Jahre brauchte ich, um mich erneut auf eine Schwangerschaft einzulassen.
Heute weiß ich:
Ich war nicht schlecht vorbereitet.
Ich war nur nicht mental vorbereitet.
Was ich bei meiner zweiten Geburt komplett anders gemacht habe
Grundlegend alles. Von der Vorsorge, Vorbereitung bis hin zur Geburt und die Zeit danach.
Frei nach dem Motto: Wenn du andere Ergebnisse erwartest und nichts veränderst ist das Wahnsinn.
Ich habe nicht nur meinen Geburtsort geändert. (Allein schon der Name „Krankenhaus“… ich wollte Leben schenken, gesund und munter, deshalb entschied ich mich fürs Geburtshaus.)
Ich habe die komplette Vorbereitung ganz anders ausgerichtet.
Ich habe meine inneren Voraussetzungen verändert.
Und das war der Gamechanger.
1. Ich habe meine Glaubenssätze hinterfragt
Ich begann zu verstehen:
Unser Körper reagiert auf das, was unser Gehirn erwartet.
Wenn ich davon überzeugt bin, dass Geburt gefährlich, schmerzhaft und traumatisch ist –
geht mein Nervensystem in Alarmbereitschaft.
Alarm = Anspannung.
Anspannung = Verkrampfung.
Verkrampfung = Schmerz.
Ich habe das Buch Flow Birthing* gelesen. Tatsächlich heilte mich dieses Buch sogar ein wenig, denn ich lernte so viel essentielles über Geburten – DAS hätte ich vor meiner ersten Geburt sehr gern gewusst. Beispielsweise steht im Buch erklärt, dass wir Menschen ähnlich wie Tiere uns zurückziehen wollen, wenn es losgeht. In ein Auto zu steigen, um irgendwo hinzufahren spricht komplett dagegen. Der Körper verkrampft sich und so entstehen Schmerzen.
Plötzlich ergab alles Sinn.
Ich begann bewusst neue Gedanken zu trainieren:
- Mein Körper weiß, was er tut.
- Geburt ist ein natürlicher Prozess.
- Ich bin sicher.
- Mein Baby und ich arbeiten zusammen.
Nicht als esoterische Floskeln –
sondern als neuronales Training.
2. Ich habe geübt
Ja, Geburt kann man üben.
Nicht den Ablauf.
Aber den inneren Zustand.
Ich ging täglich in Meditation.
Visualisierte meine Geburt.
Spürte Vertrauen.
Spürte Kraft.
Spürte Ruhe.
Ich spielte den Film immer wieder ab –
mit Atmung, mit Körpergefühl, mit Emotion.
Das ist nichts anderes als mentales Training, wie es Leistungssportler nutzen.
Meine Gedanken waren schon so stark, dass ich sogar nachts davon träumte und tatsächlich sogar ziemlich genau das Aussehen meines Babys im Traum traf, wie ich im Nachhinein feststellen konnte.
Meine Affirmationen waren:
Ich bin dankbar und glücklich, dass…
- ich gesund bin und mein Baby es auch ist.
- ich eine Traumgeburt, so wie sie für mich und das Baby gut und gesund ist, erleben darf.
- mein Körper mächtig und ein Wunder ist, er weiß was zu tun ist.
- ich eine Frau bin und die Geburt für mich so normal ist wie das Atmen.
- ich in perfekter Harmonie mit meinem Körper und dem Baby bin.
- ich die Erfahrung einer sanften und schnellen Geburt machen darf.
- …
Ich denke auch die Anker im Vorfeld an die richtigen Stellen zu setzen, gehört zur Übung:
Wenn du also in deine Meditation gehst, deine Traumgeburt wie einen Film innerlich abspielst, manifestierst, deine Affirmationen durchgehst, so kannst du diesen Moment ankern.
Das geht mit einem Aroma/Duft/Geruch, Musik, Geschmack… (du merkst, die Sinne kommen hier ins Spiel. Methoden kannst du auch toll in meinem Beitrag Sinnesreisen nachlesen.)
Ich habe das mit einer Ölmischung gemacht und habe diese im gesamten Geburtsprozess im Diffuser gehabt. Diese Ölmischung ist auch nach der Geburt noch etwas ganz besonderes für mich <3
3. Ich habe den Fokus nach innen verlagert
Beim ersten Kind wollte ich Sicherheit im Außen:
Hebammen kennenlernen.
Krankenhaus checken.
Rahmenbedingungen optimieren.
Beim zweiten Kind verstand ich:
Der wichtigste Raum ist mein Nervensystem.
Ich entschied mich für ein Geburtshaus.
Für vertraute Hebammen.
Für Ruhe.
Aber vor allem entschied ich mich, mir selbst zu vertrauen.
Ich fokussierte und konzentrierte mich immer mehr auf mich selbst. Ich machte mich zur energievollen, mächtigen Frau und ich hob mich selber empor, setzte mir die Krone auf, denn ich ließ ein neues Leben entstehen. Dieses Privileg hat nicht jeder Mensch hier auf dieser Erde und das feierte ich jeden Tag mit Liebe, Freude und einer großen Portion Dankbarkeit.
Entspannung.
Eine Geburt haben schon Milliarden Frauen vor dir gut gemeistert. Wie findest du das Bild, dass du dich mit der Energie all dieser Frauen verbindest und all diese Frauen dir Kraft und Entspannung schicken?
4. Ich habe bewusst positive Geburtsberichte konsumiert
Keine Horrorgeschichten.
Keine Komplikationsforen.
Nicht aus Naivität –
sondern aus neurologischer Hygiene.
Unser Gehirn speichert Bilder.
Und diese Bilder werden im Ernstfall aktiviert.
Ich wollte Bilder von Kraft.
Nicht von Angst.
Empfehlen kann ich an dieser Stelle den Podcast „Friedliche Geburt„, den ich ausgiebig gehört habe. Ich bin mir sicher, dass auch Annas Kurs dazu einfach top ist.
5. Absolute Positivität
Ich habe beim Frauenarzt nur die 4 Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall gemacht, ansonsten ging ich einmal im Monat zu meinen Hebammen ins Geburtshaus.
Das war auch der Ort, wo mein Baby zur Welt kommen sollte.
Ich machte mich mit diesem Ort vertraut und manifestierte mir, dass es hier gesund und munter zur Welt kommt.
Ich ließ diesmal kein „und wenn…“, „doch falls…“ etc. an mich ran, keine Angst, keine Sorgen, alles ist genau so wie es sein soll und genau so wie es gut und gesund für mich und das Baby ist.
Meine zweite Geburt
Ich darf wirklich behaupten, dass es das doch gibt. Schöne Traumgeburten und positive Geburtserlebnisse sind definitiv möglich.
Sie war ruhig.
Sie war kraftvoll.
Sie war intensiv – aber nicht chaotisch.
2,5 Stunden nach Ankunft im Geburtshaus war mein Sohn da.
Und ja – ich würde es fast einen spirituellen Wellnessabend nennen.
Nicht, weil es keine Wellen gab.
Sondern weil ich sie nicht bekämpfte.
Ich arbeitete mit ihnen.
Was ich daraus für mein ganzes Leben gelernt habe
Diese beiden Geburten waren mein Lehrmeister.
Sie haben mir gezeigt:
Gedanken sind keine Deko.
Sie sind Steuerung.
Glaubenssätze sind keine Nebensache.
Sie sind Programmierung.
Wenn ich Angst füttere, wächst Angst.
Wenn ich Vertrauen trainiere, wächst Vertrauen.
Und genau dieses Prinzip wende ich heute überall an:
- in meinem Business
- in meinen Projekten
- in meinen Entscheidungen
- in meiner Selbständigkeit
- in Krisen
- in Veränderungsphasen
Geburt war mein Beweis.
Wenn ich dort Vertrauen aufbauen kann –
kann ich es überall.
Ein wichtiger Zusatz
Geburt ist nicht vollständig planbar.
Und jede Frau verdient Respekt – unabhängig vom Verlauf.
Dieser Text ist kein Versprechen.
Er ist eine Einladung.
Eine Einladung, sich mit den eigenen Gedanken auseinanderzusetzen.
Denn selbst wenn nicht alles kontrollierbar ist –
dein innerer Zustand ist trainierbar.
Und das verändert mehr, als wir oft glauben.
